Ratgeber · Was in Riga unternehmen

Was in Riga unternehmen: der komplette Stadt-Guide

Riga ist das unterschätzte Juwel des Baltikums: beeindruckende Architektur, reiche Geschichte und eine pulsierende Kultur. Hier kommt unser kompletter Stadt-Guide, dieselben Orte, zu denen wir auch unsere eigenen Gäste schicken: was du sehen, wo du essen, trinken und ausgehen kannst, und der klassische Strandtag in Jūrmala. Alle unsere Residenzen liegen nur einen kurzen Weg von der Altstadt, dem Zentralmarkt und der Miera iela entfernt, du kannst also die Taschen abstellen und zu Fuß losziehen.

Gut zu wissen für unterwegs

Ein paar Dinge machen den Aufenthalt leichter:

  • Alles zu Fuß. Das Zentrum ist flach und kompakt, die meisten Highlights liegen keine 20 Minuten auseinander.
  • Nahverkehr. In Bus, Tram und O-Bus zahlst du mit der aufladbaren Verkehrskarte e-talons, die du am Narvesen-Kiosk oder am Automaten bekommst. Einzelfahrten kosten fast nichts.
  • Taxi-Alternative. Für Fahrten am Abend nutzen wir Bolt, die App ist günstiger und unkomplizierter als ein Taxi auf der Straße.
  • Mittags sparen. Werktags bieten viele Restaurants ein Business-Lunch (biznesa pusdienas) mit Vorspeise und Hauptgang zum Festpreis, oft für kleines Geld. Perfekt, um auch gehobenere Küchen günstig zu testen.
  • Bezahlen. Gezahlt wird in Euro, Karte funktioniert praktisch überall, Bargeld brauchst du kaum.
  • Sprache. Amtssprache ist Lettisch. Junge Leute sprechen sehr gut Englisch, ältere oft Russisch. Mit Englisch kommst du überall durch.
  • Wann hin. Für die Stadt reicht ein langes Wochenende. Am schönsten ist der Sommer mit langen, hellen Abenden, im Advent lohnt der Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz.

Unser Riga zu Fuß: die Runde, die wir mit jedem Gast laufen

Riga ist kompakt, das meiste lässt sich erlaufen. Diese Runde machen wir fast jedes Mal, und sie füllt gut einen ganzen Tag.

Zentralmarkt und die Markthallen

Unser Startpunkt ist fast immer der Zentralmarkt. In den alten Hallen lassen sich locker ein paar Stunden verbringen. Jede Halle hat ihr Thema, von Gemüse über Fleisch bis Fisch.

In der Fischhalle sitzt ein kleiner Fisch-Imbiss mit frischem Fisch und einer genialen Soljanka, das beste Mittel gegen Kater. Danach lohnt sich der Bummel über den Markt mit dem ganzen Krimskram drumherum, es ist immer wieder spannend, was hier alles verkauft wird.

Aussichtsplattform der Akademie der Wissenschaften

Ein paar Minuten weiter steht die Lettische Akademie der Wissenschaften. Das Gebäude allein ist schon der Hammer, ein wuchtiger Zuckerbäckerbau aus der Sowjetzeit. Für ein paar Euro geht es hinauf auf die unserer Meinung nach beste Aussichtsplattform der Stadt. Am besten an einem klaren Tag.

Altstadt und eine Free Tour, die sich lohnt

Als Nächstes geht es in die Altstadt. Durch die Gassen lässt man sich prima selbst treiben, dafür braucht es keine Führung. Was wir aber wärmstens empfehlen, ist eine Tour von Free Riga Tours, nur eben nicht die klassische Old-Town-Tour (die schafft man allein): besser die Alternative Riga oder die Soviet Riga Free Tour. Die Touren sind „kostenlos“, am Ende zahlst du, was sie dir wert waren.

Nebenbei unbedingt ansehen: den Rigaer Dom mit einer der größten Orgeln Europas, das prächtige Schwarzhäupterhaus am Rathausplatz, die Petrikirche mit Aufzug hinauf zur Aussichtsplattform, das mittelalterliche Schwedentor und die orthodoxe Geburtskathedrale. Mitten im Grünen liegen außerdem das Freiheitsdenkmal, Lettlands wichtigstes Wahrzeichen, und der angrenzende Bastejkalns-Park.

Eckhaus, das ehemalige KGB-Gebäude

Im Volksmund heißt es einfach KGB-Museum. Das ist harte Kost: Hier hat der sowjetische Geheimdienst Menschen eingesperrt, verhört und gefoltert. Wer die Kellerzellen sehen will, muss sich vorher für eine Führung anmelden, und die Plätze sind schnell ausgebucht.

Wir gehen trotzdem mit fast jedem Gast dorthin, weil es zur Geschichte Lettlands gehört und zeigt, wie das sowjetische Besatzungsregime mit Andersdenkenden umgegangen ist. Man versteht danach vieles an diesem Land und an der Region besser. Wer noch tiefer eintauchen will, ergänzt das Okkupationsmuseum am Rathausplatz, das die Besatzungszeit zwischen 1940 und 1991 aufarbeitet.

Jugendstil, Rigas heimliche Hauptattraktion

Was viele nicht wissen: Riga hat die weltweit größte Dichte an Jugendstil-Architektur. Rund ein Drittel der Gebäude in der Innenstadt stammt aus der Zeit um die Jahrhundertwende, mehr als in Wien, Brüssel oder Barcelona. Wer offenen Auges durch das Zentrum läuft, entdeckt an fast jeder Ecke verspielte Fassaden mit Masken, Fabelwesen, Ornamenten und ausdrucksstarken Gesichtern.

Das Herzstück ist die Alberta iela, eine einzige Straße wie ein Freilichtmuseum. Viele der prächtigsten Häuser stammen vom Architekten Michail Eisenstein, dem Vater des Filmregisseurs Sergei Eisenstein. Nimm dir Zeit und schau immer wieder nach oben, die schönsten Details sitzen in den oberen Etagen.

Wer tiefer einsteigen will, besucht das Rigaer Jugendstilmuseum in der Alberta iela 12, eingerichtet in einer originalgetreu erhaltenen Wohnung von 1903. Weitere lohnende Straßen sind die Elizabetes iela und die Strēlnieku iela gleich um die Ecke.

Essen und Trinken in Riga

Rigas Foodszene reicht vom gemütlichen Café bis zur feinen Küche. Das sind unsere festen Anlaufstellen.

Was wir an Riga besonders mögen: Es gibt richtig viele armenische und georgische Restaurants. Da essen wir uns gern einmal quer durch die Karte, den Wein inklusive. Eine gute Adresse mitten in der Stadt ist das Armenia Restaurant.

Restaurants

Lettisch, gut und günstig

LIDO Vērmanītis ist für uns Pflicht: ein lettisches Buffet, gut und günstig. Noch günstiger und schnell satt wird man im Delicio, wo wir hingehen, wenn wir beruflich länger in Riga sind und einfach gut, schnell und preiswert essen möchten.

Weinbars

Cafés

MiiT Coffee ist eines unserer Lieblingscafés, komplett vegetarisch und teilweise vegan. Und für alle mit einem Faible für Süßes: Kūkotava hat geniale Kuchen und süße Teilchen. Für richtig guten Spezialitätenkaffee lohnt sich der Rocket Bean Roastery an der kreativen Miera iela, einer Straße voller kleiner Läden, Cafés und Studios, die einen eigenen Bummel wert ist.

Ausgehen in Riga

Riga hat eine erstaunlich lebendige Bar- und Ausgehszene, ein bisschen wie Berlin oder Leipzig vor ein paar Jahren. Es gibt viele Leerstände, die kurzerhand zur Bar werden.

  • KKC, Kaņepes Kultūras centrs. Eine geniale Party- und Event-Location. Unbedingt hingehen.
  • Ala Pagrabs. Ein absoluter Kultladen in der Altstadt: Livemusik, Bier und günstiges Essen.
  • Bar Six. Eine coole Cocktailbar mit Kniff: an einer Tür klingeln, dann wird man abgeholt.
  • Čē. Eine recht neue Bar, genau so ein übernommener Leerstand.
  • Tallinas kvartāls. Diese Ecke im nördlichen Centrs mögen wir sehr, hier reihen sich Bars, Cafés und Clubs aneinander.
  • When Coffee Meets Whisky. Eine Listening Bar mit Programm: tagsüber Specialty Coffee, abends Whisky und feiner Sound vom Plattenspieler.

Und wenn du tanzen möchtest, hat Riga auch echte Clubs: Coyote Fly, Poseidons Club, Depo und Studio 69.

Unsere Tipps auf der Karte

Das sind einige unserer Lieblingsorte in Riga. Öffne unsere vollständige, kuratierte Google-Maps-Liste, um jeden Pin auf der Karte zu sehen und direkt vom Handy dorthin zu navigieren.

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